Schal oder nicht Schal (es geht nicht um Bier)

27. September 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

wenn die Morgenluft nicht diesen kühlen Herbst-Stich hätte, könnte man meinen, dass es gerade erst Sommer geworden wäre. Die Kuriosität dieser unzeitlichen Temperaturerhöhung lässt sich vielleicht in einer kurzen Anekdote aufzeigen: Meine langjährige „Mitbewohnerin“ und ich wollen zum Spaziergang raus. Ich gehe als erster aus der Wohnungstür und frage, ob man einen Schal bräuchte. Sie erwidert mit einem klaren „Nein“ just in dem Moment als ich zu ihr aufsehe (wir sind die Treppen runtergegangen) und feststelle, dass sie ein großes grünes Tuch um den Hals geschlungen hat. Betretenes Schweigen hallte durch das Treppenhaus. Ob sie auch gerade ein „Nein“ gehört hat, fragte ich dann. Aber Sie wissen, was kommt: „Nein“ war korrekt und die Dame hat natürlich Recht behalten. Denn vor der Tür wartete der pralle Sonnenschein.

Ich hoffe also, dass Sie Ihre Winterreifen noch nicht aufgezogen haben. Hier kommen jedenfalls ein Dutzend Gründe dafür, warum der Sommer doch noch gekommen ist – und bleiben sollte:

1. Weil sich die Neubezeichnung der vier Jahreszeiten anscheinend doch nicht durchsetzt: Frühling, Blödmann, Herbst und Winter.

2. Weil Aperol Spritz als Motorenöl wenig taugt. Aber wohin sonst damit, wenn die Sonne nicht scheint?

3. Weil die Frauen-Fußballweltmeisterschaft dann noch mal wiederholt wird…

4. Weil Stand Up Paddle nicht nur beknackt aussieht, sondern tatsächlich doch Spaß macht. Aber eben nur, wenn der See nicht zugefroren ist…

5. Weil noch ein paar wichtige Golfturniere stattfinden. Zum Beispiel das Finale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für die Altersklassen 14 bis 18.

6. Weil so langsam die Schnäppchen für auslaufende Golf-Ausrüstungsteile kommen – und man mit neuem Spielzeug auch spielen will.

7. Weil der Platzzustand des Scandi gerade hervorragend ist –die European Tour hat ganz unbestritten ihre Vorteile.

8. Weil der Souverän (das sind wir) die Politiker dann länger in der Sommerpause lassen kann. Vor allem die mit dem Grillpanzer…

9. Weil man Flip-Flops schneller angezogen hat als Winterstiefel. Und imprägnieren muss man sie auch nicht ständig.

10. Weil der Eis-Verkäufer mit seinem alten VW-Bulli sympathischer ist, als die leblose Supermarkt-Stiege mit den Pfeffernüssen.

11. Weil der DAX im Juli besser aussah als jetzt. (Tausche DAX-Indexzertifikate gegen griechische Staatsanleihen oder alternativ gegen eine Packung Maoam. Bitte melden!)

12. Weil mit dem Projekt „Golflehrer-Reisen“ sowieso immer Sommer herrscht…

In diesem Sinne Ihnen allen – nun endlich – einen schönen Sommer!

…und bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Waschen. Legen. Föhnen.

12. September 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

…die Grüns. Wie oft sind sie Stein des Anstoßes zu Diskussionen? Mal sind sie zu langsam, dann plötzlich zu schnell. Mal beißen sie nicht und mal werden sie von zu vielen Pitchmarken geschmückt. Mitunter sind sie moosig und manchmal blühen sie sogar. Die Behebung einiger Macken haben wir als Golfer ja selbst in der Hand, zum Beispiel mit Hilfe einer Pitchgabel. Andere Pflegearbeiten gehören jedoch in die Hände von echten Fachmännern, in diesem Fall Vossis Greenkeeper. Neben dem Mähen und Düngen gehört hierzu das Vertikutieren. Und weil man das als Golfer so selten in Aktion sieht, möchte ich es Ihnen hier gerne vorstellen.

Als ich letzten Sommer meine Zeit bei den Jungs mit den großen Rasenmähern verbracht habe, durfte ich auch bei einem solchen „Frisier-Trupp“ mitmachen. Ich habe den Föhn gefahren…aber dazu später mehr. Vertikutiert wird auf jeden Fall zirka alle vier Wochen. Im Land Fleesensee bedeutet dies, dass jede Woche ein Golfplatz dran ist, bevor es wieder von vorne losgeht. Diese Maßnahme dient dem Abbau von Verfilzungen, und der Ball rollt schlussendlich auch wesentlich ebener. Um 18 ausgewachsenen Grüns an einem Tag eine neue Frisur zu verpassen, reicht wohlweislich keine Schere. Da ist schon ein ganzes Rollkommando notwendig…

Zunächst ist da der umgebaute Grüns-Mäher, dessen Spindelmesser von Vossis Mechanikern gegen ein Vertikutiergeschirr ausgetauscht wurden. Dieser Mäher befährt das Grün zuerst – und hinterlässt zunächst einmal eine Menge Unordnung. Wenn er sein Werk vollbracht hat, liegt allerlei Erdreich und ausgeschälter Rasen auf der eben noch planen Spieloberfläche. Dieses Material wird von einem zweiten – regulär ausgerüsteten – Grüns-Mäher aufgenommen. Dieser Mäher hat sowohl seine Spindeln und auch seine Fangkörbe montiert, in denen das lose Erdreich aufgenommen wird. Ich muss nicht erwähnen, dass der Fahrer dieses Mähers alle paar Meter vom Grün zum nächsten Hard Rough fahren muss, um seine Fangkörbe zu entleeren.

Nach dieser „Grobreinigung“ sieht das Grün schon wieder deutlich ordentlicher aus. Aber man kennt es ja vom eigenen Friseurbesuch: So ein paar kurze Haarreste sitzen dann doch noch in der Frisur – und kratzen dann irgendwann unter dem Hemdkragen. Durchspülen geht bei einem Grün nicht –Durchföhnen aber schon. Der Unterschied zu einem „Menschen-Föhn“ ist beim Grün, dass man auf einem Gerät sitzt, das so groß ist wie ein Rough-Mäher. Nur hat diese Maschine keine Sicheln, sondern dafür ein gewaltiges Gebläse und eine Steuerklappe, mit der man den Windstrom entfachen und abstellen kann. Dieses Gerät ist ziemlich schwer und hat auf einer so sensiblen Oberfläche eigentlich nicht viel verloren. Wichtig ist also, dass man auf dem Grün weder hält, noch wendet. Die Reifenabdrücke wären einfach unerträglich. Dazu kommt, dass das wegzupustende Material nicht in etwaigen benachbarten Bunkern landen darf. Naja, und verständlicherweise sollte auch der Föhnwagen möglichst außerhalb der Bunkergrenzen bleiben. Mitunter muss der Föhnwagenfahrer das Grün also sieben bis achtmal neu anfahren, um es sauber zu bekommen. Das gilt vor allem dann, wenn das Grün noch nass vom Tau oder Regen ist. Den richtigen Weg rein und raus zu finden und dabei weder stehen zu bleiben und auch den Unrat nicht auch noch falsch zu verpusten, ist schon eine Wissenschaft für sich. Besonders lustig wird es, wenn man seine wartenden Kollegen mit einer rasenschwangeren Windböe eindeckt. Und glauben Sie mir, ich schreibe Ihnen als Föhnwagenfahrerexperte.

Naja…wie auch immer. Nach dem Föhnen ist das Grün jedenfalls wieder absolut sauber. Damit die darauf gespielten Bälle aber wieder optimal laufen, fahren nun noch zwei sogenannte Sander über das Grün und bringen ein Top-Dressing auf. Das hat übrigens nichts mit Salatdressing zu tun. Verstehen Sie es eher wie eine Art Panade, nur ohne Bratpfanne. Im Detail bedeutet das pro Fahrzeug und Quadratmeter ein bis zwei Liter feinkörnigen Sand in 0,1-1er Qualität. Damit der Sand gleich richtig eingetragen wird, fährt hinter den Sandern ein Besenwagen. Das ist in der Regel ein Pritschenfahrzeug mit angehängtem, hydraulisch absenkbarem, Besen-Gestell. Durch die sehr feine Körnigkeit trägt sich der Sand schon nach einem Tag gut ein und die Grüns erreichen in kurzer Zeit eine Bespielbarkeit, die deutlich besser ist als vor dem Vertikutieren.

Es gibt natürlich noch weitere Pflegemaßnahmen, mit noch stärkerem Eingriff in den Boden. Dazu aber vielleicht ein andern mal mehr. Denn im Moment habe ich das Gefühl, dass der Sommer kommt. Endlich…nachdem im August mehr Regen gefallen ist, als im üblichen Jahresdurchschnitt. Und das bedeutet: Golfbag abstauben und ab auf die Wiese!

Schönes Spiel und einen hoffentlich guten Spätsommer…hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Turniergeschehen

01. September 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

Golfturniere. Manchmal mag man sie. Und manchmal auch nicht. Ich mag sie natürlich von Haus aus sehr – bedeuten sie doch mein täglich Brot. Aber, wie es eben immer ist im Golfsport: irgendwann ärgert man sich doch. In meinem Fall ist es so, dass wir in unserer Familie eine Art „Dauer-Zock“ um das niedrigste Handicap haben. Typisch deutsch eben. Mit komfortabler Führung ausgestattet, lullt mein Golfspiel also seit zwei Saisonen so lax daher. Und dann muss ich bei der Siegerehrung eines von mir organisierten Golfturniers erkennen, dass mein Vater mich mit einem Quantensprung überholt hat. Man bemerke, dass der Platz an jenem Tag völlig aufgeweicht war. Wie kann man denn da 48 Nettopunkte spielen? CSA +1 hat auch nichts mehr geholfen – die Führung bin ich erstmal los. Was für eine Schweinerei!

Nunja, es gibt aber noch andere Arten, sich über Turniere zu erzürnen. Zum Beispiel, wenn man nur am Wochenende Zeit zum spielen hat und dann der Platz mit einem solchen Wettbewerb – vielleicht auch noch einem Einladungs-Event – besetzt wird. Zugegeben, unser Michael Schumann hat inzwischen mehr Turniere in den Kalender schreiben können, als je zuvor. Aber wenigstens gibt es am Fleesensee deutlich mehr als einen Golfplatz. Neben den hochwertigen Sponsoren-Events mit ihren großen Rahmenprogrammen finden auch Serien mit karitativem Charakter statt – insbesondere zur Unterstützung von benachteiligten Kindern in der Gegend.

Und dann gibt es noch ein besonderes Genre von Turnieren. Eines, das eine Vielzahl von Golfanlagen gar nicht bieten kann oder will: Leistungsgolf im Spitzenbereich! Dass die EPD Tour im Juni bei uns halt gemacht hat – darüber haben wir ja berichtet. Aber das soll es noch lange nicht gewesen sein. Denn auch wenn die Raben schon in den Baumkronen sitzen, ist die Turniersaison am Fleesensee noch lange nicht zu Ende. Vom 20. bis 23. September ist die European Qualifying School zu Gast am Fleesensee. Der Golf und Country Club Fleesensee ist nämlich Teil der ersten von drei Qualifikationsrunden, mit denen Golf Professionals sich einen Startplatz für die European Tour sichern können. Wenn Sie in den letzten Wochen mal auf der Anlage waren, werden Sie sehen, dass schon jetzt eine der Abschlaghütten geschlossen ist, damit der dort eingesäte Rasen möglich gut anwächst. Der Rasen wird übrigens bereits seit Mitte August gepämpert.

Und am ersten Oktober-Wochenende findet hier am Fleesensee das Bundesfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften statt. Auch hier werden wir wieder erstklassigen Golfsport hautnah erleben können. Mit den Teams aus St. Leon-Rot, Wannsee, Hubbelrath und so weiter. Die Herren des DGV waren vor wenigen Tagen hier und haben mit Club Managerin Sylvia Kelch, Course Manager Bernhard Voss und Geschäftsführer Thomas Döbber-Rüther alle Details besprochen. Abschläge, Schnitthöhen, Ausgrenzen…und bis so ein Platz komplett getrimmt ist, bedarf es einige Zeit. Es wäre sicher einfacher, sich nicht um die Ausrichtung dieser Veranstaltungen zu bewerben. Dann stehen auch mehr Abschlagzeiten für uns Mitglieder und Gäste bereit.
Andererseits ist unser Scandi ein European Tour Course. Adel verpflichtet quasi – auch wenn hier alles bodenständig sein will. Und zugegeben, wer im Kinder- und Jugendbereich neue Akzente setzen möchte, kann das Rad in den erwachsenen Altersklassen nicht einfach anhalten.

Vielleicht sind Sie zu diesen Zeiten ja im Resort. Wenn ja, kommen Sie bitte vorbei und besuchen Sie diese Turniere! Wieviel Spaß es machen kann, beim Golf zuzusehen, haben wir gerade bei den Clubmeisterschaften gesehen, als ungefähr 50 Zuschauer das Anspiel und das Putting auf dem neunten Green des Axel-Lange-Courses mitverfolgten. Das Catering hat selbstverständlich auch nicht gefehlt. Und dass die meisten Turniere dieser Art aufgrund der Leistungsdichte extrem eng ausgehen, ist schon allgemein hin bekannt. Für Spannung ist also gesorgt!

In diesem Sinne einen herrlichen Spätsommer – und bis zu einem der Turniere!
Ihr Christopher Tiess

Weltrekord!

14. August 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

Weltrekord – und wir waren dabei. Irgendwie cool. Und doch ungewohnt, oder? Denkt man bei Weltrekord nicht eher an Champagnerkorkenknallende Helden in ölverschmierten Rennanzügen als an uns Bleichgesichter mit nassen Haaren, Badehose und zerschrumpelten Waschküchenhänden. Oder…nennen wir es einfach Understatement? So oder so, Weltrekord. Genauer gesagt der Distanzrekord für 24 Stunden auf mehreren Rutschen. 24 Rutschen in ganz Deutschland – um exakt zu sein. Und diese Distanz liegt seit Sonntag früh bei 7.841 Kilometer – und damit 2.000 Kilometer weiter als beim alten Rekord. 414 Kilometer gehen dabei auf das Konto unserer 310 wackeren Fleesensee-Rutscher erstritten.

Damit findet sich unser Fleesensee SPA neuerdings in einer illustren Runde der Wasserrutsch-Superlative wieder. Da gibt es zum Beispiel die höchste Rutsche der Welt – die sogenannte „Spacemaker“ – da flitzt man allerdings auf einem Floß herunter. Ich frage mich nur, ob man da auch die große gelbe Banane vom Strand mitbringen kann? Die schnellste Körperrutsche steht hingegen am Gardasee, heißt „Stuka“ und ich glaube der Pilot einer Ju87 hat sich beim „stürzen“ auch nicht großartig anders gefühlt: 30 Metern Höhe und ein Gefälle von 75 Grad. Mit dem Kopf vorweg darf man übrigens nicht runterrutschen – da knallt man nämlich in die Bahnbegrenzung.

Die längste Rutsche der Welt gibt es übrigens leider nicht mehr. Die wurde nämlich auf dem Monte Kaolino im bayerischen Hirschau errichtet. Sie war 280 Meter lang, 120 Meter hoch und hatte ein Gefälle von 35 Grad. Theoretische Maximalgeschwindigkeit: 172 km/h. Dagegen wäre der Looping im Action Park wohl Kindergarten gewesen. Die Rutsche hatte übrigens nur einen einzigen Fahrgast, bevor sie wieder abgebaut wurde… . Und wo wir bei dieser Art von Phänomenen sind…haben Sie mal vom Action Park in New Jersey, USA, gehört? Der hatte eine Wasserrutsche mit einem echten Looping – er wurde allerdings im Jahr 1996 geschlossen. Vielleicht lag das an so kuriosen Details wie diesem: Als es um die Erprobung der Looping-Bahn ging, sind den Crash Test Dummies die Gliedmaßen abgeflogen…und den Mitarbeitern wurden 100 Dollar pro Fahrt geboten, weil es keine Freiwilligen für Testfahrten gab.

Eines fällt mir bei all der Recherche auf: Unser Fleesensee SPA bietet die einzige Guinessbuch-Rekordrutsche weit und breit, einen Massagetempel, eine Saunalandschaft und eine offizielle Auszeichnung des Deutschen Wellness Verbandes. Bei dem Wetter da draussen sind SPA-Manager Bärbel Hessel und ihr Team damit derzeit auch hoch willkommen im Land Fleesensee. So machen dann auch die Herbstspaziergänge und die Golfrunden mit Regenschauer wieder Spaß. Aber apropos Spaziergang: Für notorische Hiker geht mir gerade noch eine Alternative durch den Kopf: Das Rutschenmodell „Skischanze“. Open Air und in den Bergen, genau die richtige Erfrischung nach einer schönen Alpen-Wanderung? Schauen Sie mal selbst…

Wenn ich so drüber nachdenke – ich glaube wir sehen uns eher hier als dort.

In diesem Sinne bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Hitliste für den frühen Herbst

24. Juli 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

haben Sie in diesen Tagen auch das Gefühl, sich in einer riesigen Zeitmaschine zu befinden? Mal ehrlich: Es ist doch nicht wirklich Juli, oder? Aber…Miesmuffeligkeit liegt mir fern. Zumindest werde ich nicht so enden wie Niki Lauda, der mitten in der Co-Moderation gerne mal Florian König versetzt, nur um sich in irgendeinem VIP-Zelt aufzuwärmen und dann den Rest der Formel-1-Übertragung mit größtmöglichem Können an seinem Kollegen und der Kamera vorbei guckt, damit er seinem expertenhaften Ärger auch den ordentlichen Ausdruck verleiht. Sie denken, der Tiess schweift schon wieder ab. Dabei möchte ich eigentlich nur sagen, dass doch auch ein früher Herbst seine Vorteile hat. Hier mal zehn Gründe, warum das Wetter gar nicht so schlimm ist:

1. Man kann beim Essen herzhaft reinhauen, ohne sich darum sorgen zu machen, was für eine Figur man in seiner Badehose macht. Die kann man übrigens schon mal bei eBay einstellen.

2. Bei sonntäglichen Spaziergängen in der Natur trifft man auf keinen einzigen Menschen. Und den Lieblings-Schal kann man auch endlich wieder rausholen, ohne gleich blöde Sprüche zu kassieren.

3. Wenn man zurückkommt, kann man den Kamin anmachen, ohne einen Hitzeschlag zu erleiden. Gute Nachrichten also für alle, die im Dorfhotel wohnen. Und eine heiße Schokolade kann man sich auch fertig machen. Aber mit Milch! Nicht mit Wasser.

4. Man friert nicht so sehr, wenn man aus der Sauna kommt. Die steht nämlich bei uns im Garten – und wenn man da rauskommt, dampft man zwar schön, aber man friert sich auf dem Weg zurück ins Haus trotzdem nicht die Extremitäten ab. Sauna im Juli…hui.

5. Golfsport ist Allwettersport. Man kann schon jetzt den neuen Golf-Regenanzug und den neuen Handwärmer ausprobieren. Und der Slice fällt bei diesem Wind auch gar nicht auf. Startzeiten sind übrigens auch kein Problem. Tennisspieler sind nicht so gut dran – die „müssen“ nämlich innen spielen. Im Land Fleesensee zum Glück kein Problem.

6. Man kann Geld sparen. Zum Beispiel bei der Sonnencreme.

7. Anderen geht es auch nicht besser. Als ich gerade aus Vorderasien zurückgeflogen bin, hatte ich den Eindruck, dass alle Menschen von Nord-Rumänien bis zu uns unter derselben Regenwolke ausharren. Und das ist doch schon mal was.

8. Man kann sich die Reise in das derzeit winterliche Neuseeland sparen (Wellington hat 5 Grad und Regen). Nur Cape Kidnappers finde ich hierzulande nicht… .

9. Wir haben alle genug Zeit, um für das 24h-Wasserrutschen zu üben. Der Weltrekordversuch findet am 6. August im Fleesensee SPA statt, und mit etwas Glück jagen wir den Amerikanern den Titel ab. Die Rekorddistanz liegt derzeit bei 5.782,38 km.

10. Nach dem Herbst kommt Weihnachten. Mit „Last Christmas“ von Wham und „Do they know…“ von Band Aid. Und die Menschen in Dadaab brauchen unsere Hilfe auch schon jetzt – und nicht erst, wenn die bunten Lichterketten in unseren Innenstädten hängen.

Mal im Ernst, wer die Mecklenburgische Seenplatte kennt, weiß dass sie auch bei ungemütlichem Wetter richtig schön ist. Wenn Sie nicht ohnehin schon hier sind, kommen Sie doch einfach vorbei und schnuppern Sie schon mal rein – als Probe für den richtigen Herbst…sozusagen. Ich garantiere Ihnen auch, dass Herr Lauda nicht hier ist.

Bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Der Max

07. Juli 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

wer diesen Blog von Anfang an gelesen hat, wird sich vielleicht noch an den kleinen rothaarigen Knut erinnern. Alle anderen von uns werden aber zumindest das Fleesenseer „Kinderjahr“ im Kopf haben. Wie auch immer die eigentliche Sachlage war: Es ging darum, dass wir in Deutschland unsere Golftalente suchen müssen, wie Stecknadeln im Heu. Und mit Talent meine ich nicht die junge Garde, die regelmäßig Runden mit 3 über Par spielt. Sondern vielmehr die Wenigen, die regelmäßig zwei unter Par spielen. Zwischen beiden Kalibern liegen Welten. Neulich beim schon beschriebenen Land Fleesensee Classic ProAm hatte ich die Chance, mit Christoph Günther (Playing Pro) und Christian Reimbold (ex Playing Pro) in einem Flight zu spielen. Wenn man die Jungs spielen sieht, fällt man vom Glauben ab – es ist einfach nur…herrlich.

Und doch haben es sogar diese unglaublich begabten Jungs schwer, mit professionellem Golfspiel ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Selbst der Sieger der EPD-Geldrangliste hat in den vergangenen Jahren nie über 26.000 Euro erzielt – und das in der gesamten Saison. Dazu sei erwähnt, dass die EPD zur dritthöchsten Spielklasse der Welt zählt. In Fußball-Maßstäben wäre das die zweite Bundesliga. Und genau aus dieser Menge sticht langsam jemand heraus, der für das Herausstechen einen eigentlich viel zu bescheidenen und zurückhaltenden Eindruck macht, und dazu auch noch ganz unprätentiös spielt: Maximilian Kieffer. Im Rahmen der Berichte zur EPD Tour durfte ich in der GolfWeek schon ein paar Mal über ihn schreiben. Was ihn auszeichnet sind nicht die krassen Platzrekorde, sondern die Konstanz eines schweizerischen Uhrwerks. Dass er dabei dennoch zu brillieren weiß, hat er in der letztjährigen Abschlussrunde gezeigt: 7 unter Par bei schwierigsten Bedingungen.

Der Junge ist gerade 20 Jahre alt und erst vor einigen Monaten ins Profilager gewechselt. Als Amateur war er von 2005 an Mitglied der Nationalmannschaft. 2009 und 2010 hat er die deutsche Herren-Rangliste angeführt. Einer seiner größten Erfolge ist u. a. der Gewinn der Internationalen Deutschen Amateurmeisterschaften in 2009. Und ein wahnsinniger Abschluss seiner Amateurkarriere war im vergangenen Herbst der 4. Platz bei der Weltmeisterschaft in Argentinien. Die aktuelle Saison ist seine erste als Playing Pro und er wird einiges Lehrgeld zahlen. Aber wir wollen ihn eng begleiten und unterstützen.

Geschäftsführer Thomas Döbber-Rüther hat den Golf & Country Club Fleesensee der Nachwuchsförderung verschrieben. Und allein seit Saisonbeginn hat sich hier so viel getan. Neben der breitensportlichen Förderung des Sports sind die Austragung der EPD Tour und nun auch die Unterstützung von Max zwei ernsthafte Schritte im professionellen Golfsport. Im Gegenzug ist Max das Aushängeschild des Land Fleesensee. Dabei sehen wir ihn sowohl auf der EPD Tour, als auch auf der höherklassigen European Challenge Tour. Guter Sport braucht eine Lobby. Und gute Talente haben Unterstützung verdient.

So, und wo wir gerade beim Thema Jugend sind, kommt jetzt noch schnell Werbung: Für Nachwuchs-Golfer, die in die Fußstapfen von Maximilian Kieffer treten möchten, gilt im Land Fleesensee nach wie vor: 2011 spielen Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren auf allen fünf Golfplätzen des Golf & Country Club Fleesensee kostenlos. Bitte kommen Sie vorbei und schauen es sich an…

Bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Wie bei Oma…

21. Juni 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

Dirk Nowitzky gewinnt die NBA Championships, erzählt über seine Oma Anna und ich denke: „Der Kerl erinnert mich an…mich“. Das gilt nicht unbedingt für Basketball, denn in der High School habe ich es ehrlich gesagt nur bis zum Freshman Team geschafft. Aber mir scheint, wir haben zumindest dieselbe Vorstellung eines vollendeten Sonntags.

Das ist für mich nämlich der Sonntag, an dem ich bei meinen Großeltern zum Kaffee vorbei schaue. Und wenn nicht gerade Erdbeersaison ist, stehen die Chancen irgendwo zwischen „sehr gut“ und „was denn sonst“, dass es Quarktaschen gibt. Guter schwarzer Filterkaffee und Quarktaschen – und das Wissen, wieder genau dort zu sein, wo man schon vor 25 Jahren herumtobte. Ein paar Dinge mögen anders sein. Damals wollte ich zum Beispiel immer erwachsen sein – während ich heute am liebsten wieder jung sein will. Andere Dinge hingegen waren und sind immer gleich geblieben. Zum Beispiel meine Großeltern. Die sehen für mich immer noch genauso aus wie damals. Und die Quarktaschen – die sind auch noch ganz genauso wie früher. Kein Doktor Oetker. Kein Coppenrath & Tiefkühltruhe. Kein Halbfettdingenskirchen. Der Opa und ich gucken Westfernsehen. Formel 1 mit Keke Rosberg, Ricardo Patrese, Alain Prost und dem legendären Ayrton Senna. Das war die Zeit, als noch Camel und Marlboro auf den Autos stand. Nachtanken war verboten, einem der Piloten geht der Sprit auf der Zielgeraden aus…und meine Oma schiebt all das leckere Zeug durch den Backofen. Und damit ist sie für mich der einzige Mensch auf der Welt, der das kann. Da konnte „The Magic“ noch so rasant um die Kurven wetzen.

Und was ist jetzt mit Land Fleesensee? Nicht, dass ich dort jemals Quarktaschen mit Apfelstücken gesehen oder gar gegessen hätte. Aber die Idee davon – nämlich Gastlichkeit. Mal ehrlich, da stehen Halfwayhäuser, die sind so gut ausgebaut, wie bei anderen Anlagen das Clubhaus. Und dann die beiden Bockwurst-Autos…sorry, Catering-Carts meine ich. Da habe ich mein Halfwayhaus ja quasi alle fünf Bahnen bei mir.

Ich habe bis heute nicht verstanden, warum es diesen Service nur in so wenigen deutschen Clubs gibt. Frequenz mag ein Argument sein, aber selbst Anlagen mit zwei ausgewachsenen Plätzen verharren im ehrfurchtsvollen Stillsitzen, auf dass der entkräftete Golfspieler es zum Gastronomen schaffen möge. Ob das dieselben Anlagen sind, die sich einen Marshall leisten, vermag ich nicht einzuschätzen. Wie auch immer, es erinnert mich ein bisschen an das Restaurant in Emden, bei dem man einen Cappucino bestellt, und eine Tasse Kaffee mit Schlagsahne bekommt: Altbacken. Quarktaschen sind aber frisch. Und so ist es auch der Servicegedanke an der Seenplatte. Das betrifft übrigens nicht nur den Golfclub und seine mobile Rundenverpflegung, sondern genauso auch das Radisson Blu mit seinem Fine Dining oder das Dorfhotel mit Clown Dago.

Ohne Zweifel gibt es viele Dinge, die das Land Fleesensee von anderen Urlaubsorten unterscheidet. Und darüber bin ich verdammt froh. Aber denken Sie jetzt bitte nicht, dass meine Oma da mit dem Catering-Cart an Ihnen vorbeisaust. Sie hat auch kein Motorrad – und auch keinen Hühnerstall. Und Basketball spielt sie auch nicht. Einfach nur Quarktaschen.

Bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Großes Golf am Fleesensee

08. Juni 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

Im letzten Blogbeitrag konnte ich mir den Ausblick auf die EPD-Woche im Golf & Country Club Fleesensee nicht verkneifen. Nun ist die EPD Tour da – und begann gestern, wie es die Tradition will, mit dem Land Fleesensee Classic ProAm. Die Pros werden für diese Events ja grundsätzlich nach ihrer Ranglistenplatzierung rekrutiert. Das bedeutet, dass die angemeldeten Amateure mörderisch große Chancen haben, mit einem Professional zu spielen, der nicht nur auf der EPD Tour richtig gut unterwegs ist, sondern wahrscheinlich auch eine Karte für die Challenge Tour in der Tasche hat. Das ist ehrlich gesagt ziemlich…cool.

Ich selbst hatte das Glück, mit Christoph Günther zusammenzuspielen. Christoph zählt zu den erfahrenen Pros auf der EPD Tour – und definitiv zu den besten. Der Junge hat schon mehr Tourkarten in der Tasche gehabt, als viele in ihrer ganzen Karriere je erspielen werden. Beim letzten Event in Moybach beendete er das Turnier als bester Professional (allerdings hat der Top-Amateur Sebastian Heisele sich am zweiten Stechen-Loch mit einem starken Putt durchgesetzt…). In der Order of Merit steht er derzeit an Platz 4. Außerdem im Flight war Christian Reimbold, der unter anderem Alex Cejka, Max Kieffer und Martina Eberl managt, und der Fotograf Thomas Ruddies. Der Turniermodus sah eine Flightwertung vor, bei der die Pros brutto gerechnet werden und das Ergebnis der Amateure mitsamt Vorgabe in die Berechnung eingehen. Teamgeist also!

Zunächst aber sah es nach großartigen Regengüssen aus. Auf der Fahrt nach Fleesensee betrug die Sichtweite teilweise unter 100 Meter und bei NDR2 wurde über die Wasserschäden in der Hamburger Europa-Passage berichtet. …Alles kein Problem, denn als Nordlicht ist man in Bezug auf Niederschlag ja ohnehin leidgeprüft. Da ich meine Tasche bekanntlich gerne trage, spielt Gewicht für mich allerdings eine erhebliche Rolle. Daher ein letzter Blick auf das Wetterradar im Club-Büro – und die Entscheidung für eine alleinige Regenbekleidung ist gefallen. Ich greife mal vorweg: Über 18 Loch habe ich in meiner bescheuerten Regenhose gespielt und bin trotzdem mit einem Sonnenbrand nach Hause gekommen. Den einzigen Schauer haben wir auf Bahn 7 abbekommen, und als wir am Grün ankamen, war die Wolke schon in Richtung Waren verschwunden. Verdammt, wie sehr habe ich mir diese Wolke zurück gewünscht…

Der beste Schlag unseres Flights kam übrigens von unserem Thomas Ruddies. Zugegeben, formvollendetes Golf haben nur Pro Christoph und Quasi-Pro Christian gezeigt (allein das Zuschauen war die Teilnahme wert…). Aber mit einem Putter aus dem Bunker zu schlagen – und dabei den Ball auch noch an die Fahne zu legen – das sieht man sehr sehr selten. Ich frage mich gerade ein weiteres Mal, wie das physikalisch überhaupt möglich ist. Ich selbst hatte – abgesehen von einem Par und einem Birdie – etwa gefühlte 16 Striche auf der Karte. Dafür habe ich meine frisch gelieferten Logobälle großzügig in die Wasserhindernisse des Scandinavian Course verteilt. Naja, wenigstens wurde die Golftasche schnell leichter. Denken Sie einfach kurz an mich, wenn Sie einen Ball mit „Tiess“ Logo finden.

Das EPD Turnier dauert noch bis zum 10. Juni an und Zuschauer sind herzlich willkommen. Und das ist erst der Auftakt, denn direkt im Anschluss folgen gleich die nächsten Saison-Highlights: Der Sky Golf Cup (Fernsehsender – nicht Supermarkt) am 11. Juni und eine Woche später die AIDA Golf Trophy am 18. Juni. Beide Turniere sind offen, also melden Sie sich an!

Bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Die Sache mit dem Sponsoring

21. Mai 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

ich bin seit vielen Jahren Mitglied des F.C. Hansa Rostock. Ich will den Punkt nicht stressen, aber für das Verständnis meiner Beziehung zum Fußball ist er ein wichtiges Detail. Denn in letzter Zeit kann ich beim Fußball wirklich nicht mehr hinsehen. Weil alles voll mit Werbung ist. Das Extrembeispiel sind wahrscheinlich die spanischen oder französischen Ligen mit ihren Video-Werbebanden. Da wird mir schon beim Anblick der Spiel-Zusammenfassungen ganz komisch. Und doch ist Sponsoring ein unglaublich wichtiger Teil des Sports – egal um welche Sportart es sich handelt. Oftmals macht erst die Beteiligung von Wirtschaftspartnern eine leistungssportliche Entwicklung möglich. Und sehr oft (…um nicht zu sagen „immer“) hängt auch eine ordentliche breitensportliche Nachwuchsförderung von Transferleistungen ab. Fußball ist da nur ein Paradebeispiel, weil es eine so weit verbreitete und akzeptierte Sportart ist.

Wie wichtig Sponsorings insgesamt sind – und wie sinnstiftend sie wirken, würden wir tatsächlich erst sehen, wenn sie nicht mehr da wären. Es gäbe so gut wie keine Kulturveranstaltungen für Erwachsene. Kinder würden „irgendetwas“ machen, aber wahrscheinlich keinen pädagogisch hinterlegten Sport. Und Fußballer wie Lionel Messi oder Profigolfer wie Tiger Woods hätte es nie gegeben. Wenn wir uns vorstellen, dass die derzeit eingesetzten Sponsoringgelder in die übliche Werbung gehen würden, hieße dies, dass wir weniger klassische Open Air Konzerte Besuchen, und stattdessen noch mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen – wo wir aber nicht einmal den schönen Spielfilm sehen, sondern vielmehr die Werbespots, die den Film unterbrechen.

Wenn wir Veranstaltungen organisieren, ist dies für uns immer mit dem Putzen von Klinken verbunden, denn erst die Einbindung von Partnern und deren Budgets macht eine Veranstaltung zu einem Event, wie man ihn erleben möchte. Der unmittelbare Wiedererkennungswert dieser eingebundenen Unternehmen hängt natürlich immer auch davon ab, wie viel Mühe wir uns in der Organisation geben. Aber langfristige Engagements werden stets auch daran festgemacht, ob ein Sponsoring für das unterstützende Unternehmen erfolgreich ist.

Ich möchte daher gerne auf einen kleinen Appell hinaus. Denn ich finde, dass die Unternehmen, die unsere Freizeit mit ihrem Engagement bereichern, unsere Sympathien verdient haben. Werfen Sie einen Blick auf den Turnierkalender unseres Clubs. Kaum eines der „gebrandeten“ Turniere würde stattfinden, weder der wichtige wöchentliche Robinson Cup, noch die AIDA Golf Trophy mit ihrem Event-Charakter und ihrer Jugendförderung. Schauen Sie auf die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die auch vom Land Fleesensee unterstützt werden. Oder werfen Sie einen Blick auf das anstehende Profi-Turnier der EPD-Tour, das vom 08. bis 10. Juni im Golf & Country Club Fleesensee stattfindet, und zu dem die Brauerei Carlsberg einen entscheidenden Beitrag leisten wird.

Ein Sponsoring bedeutet für ein Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Und ein Sponsoring wertzuschätzen, bedeutet genau das gleiche. Wenn mir eine bekannte Parfümerie-Kette also sagt, dass sie Sportveranstaltungen grundsätzlich nicht unterstützt, weil sie uns lieber mit Werbespots bedudelt, habe ich meine nächste Kaufentscheidung schon gefällt. Wir haben die Zukunft unseres Sports und unsere kulturelle Vielfalt zumindest diese Stück weit selbst in Hand.

Und apropos EPD-Tour: Bitte kommen Sie vorbei! Es spielen ein paar wirklich gute Jung-Profis mit, die wir in den nächsten Jahren auf der European Tour sehen werden. Und davon abgesehen würden sich die Sponsoren des Turniers freuen.

In diesem Sinne bis bald – hier am Fleesensee!
Ihr Christopher Tiess

Die Sache mit dem Fliegen

14. Mai 2011

Liebe Freunde, liebe Gäste,

in dieser Woche ging eine Pressemitteilung durch die Redaktionsstuben, in der die neue Kooperation von Land Fleesensee mit Fairway Golftravel vorgestellt wurde. Die verheißt nämlich neue Möglichkeiten zur Fluganreise. Insbesondere für Gäste aus dem Süden oder dem tiefen Westen bedeutet das, dass aus sechs bis acht Stunden Autofahrt vielleicht gerade noch eine Stunde Flug und eine halbe Stunde Shuttle-Transfer werden. Wenn ich Hin- und Rückflug zusammenrechne, gewinne ich also mindestens zwei halbe Tage Urlaub hinzu. Und da im Resort ohnehin ein kostenfreies Shuttle fährt und man sich im Fall der Fälle auch Mietwagen ausleihen kann, ist der Flug eine echte Alternative zu Konjunkturpaket-Baustellen, 80km/h Zonen ohne Fahrbahnmarkierungen, 30 Kilometer Feiertagsstaus und Spritpreisen, die nach dem Mond greifen.

Da geht mir durch den Kopf, dass man von „Fleesensees“ Flughafen Rostock-Laage bis vor kurzem noch Fliegen in seiner Reinkultur erleben konnte. Denn bevor Lufthansa die Strecke München-Rostock mit ihren Cityline-Jets betrieben hat, waren einige illustre Airlines auf dem idyllischen Rollfeld von Laage zu bestaunen. Vor der OLT (Ostfriesische Lufttransportgesellschaft „mit beschränkter Haftung“) wurde die Strecke von Cirrus bedient. Und das Flugzeug, das Cirrus mitbrachte, muss nach meinem laienhaften Verständnis ein direkter Nachkomme der Ju 52 gewesen sein: Eine 32-sitzige Dash 8/100. Der Flug ab Rostock ging um 06:00 Uhr früh, um dann 07:50 Uhr in München landen zu können. Eine Boeing 737 wäre bis dahin wohl irgendwo über Südfrankreich gewesen. Wie auch immer, die Fluggäste waren größtenteils Stammkunden und kannten sich aus. Das war auch wichtig, denn man stieg vom stockdunklen kalten Rollfeld in das stockdunkle und ebenso kalte Fluggerät. Die Jacke behielt man gleich an. Mit etwas Glück ließen sich die „Overhead Compartments“ schließen, ohne dass die Flugbegleiterin den Ramp Agent um einen Schraubenzieher bitten musste. Und mit noch etwas mehr Glück starteten sogar beiden Turboprop-Motoren. Rumpelig wurde es dann nur noch mal bis zum Abheben, weil die halbplatten Reifen sich noch kurz rundlaufen mussten.

Am beliebtesten waren in der Dash 8 übrigens die Sitze in Reihe 11 – also ganz hinten. Da war das Flappern der Propellerblätter nicht mehr ganz so stark. Und wehe dem, der eine Bordkarte mit Sitz 1A hatte. Zugegeben, das ist ja eigentlich ein Ticket, das man sich gerne auch mal einrahmt. Aber hier… Zunächst einmal war dieser offizielle Business Class Sitz genau auf Höhe der Propeller – was den anachronistischen Höllenlärm der Motoren noch mal um einige Dezibel erhöhte. Dazu die latente Angst, dass sich der Propeller von seiner Narbe löst und durch die Flugzeughülle in meine Richtung fliegt… Lachen Sie mich nicht aus – die Maschine machte nun mal diesen Eindruck. Als glücklicher Passagier auf Sitz 1A durfte man sich den Fußraum zudem mit der einziehbaren Gangway teilen – was eigentlich bedeutete, dass man keinen Fußraum hatte. Und wie man dann die eingeklappte Gangway vor der Nase hatte, fragt man sich, wo da jetzt der Klapptisch versteckt ist. Sie wissen schon – der auf dem das Frühstück serviert werden soll. Aber don’t worry – die Flugbegleiterin baut den Tisch einfach kurzerhand an die Sitzlehnen an – und zwar so, dass man bis zum Landeanflug garantiert nicht mehr verrutschen kann. Handwerklich geschickte Stewardessen findet man heute nicht an jeder Straßenecke, wissen Sie? Alle Menschen über Konfektionsgröße 54 können übrigens kein Frühstück essen – da lässt sich der Tisch nämlich gar nicht erst montieren. Einmal musste der Start abgebrochen werden und die Fluggäste wurden mit dem Taxi zum Flughafen Berlin-Tegel gefahren. Und einmal mussten wir zum Auftanken in Nürnberg landen, nachdem wir München wegen Nebel nur umkreisen konnten.

Ob Kosta Mirliauntas von Fairway Golftravel uns den Privatflieger von Donald Trump auf Rollfeld stellt, müsste ich ihn auch erst noch mal fragen, aber die puristischen Zeiten der Dash 8 und das Fliegen für echte Kerle – und Kerlinnen – sind wohl für’s erste vorbei. Wichtig wäre mir dann nur noch, dass meine Golfbälle endlich wieder richtig fliegen können, das ist dann eine Aufgabe für Kapitän Oliver Heuler. Und von meiner Orkanlandung im Wasserflugzeug schreibe ich Ihnen dann nächstes Mal.

Für jetzt haben Sie einen herrlichen Frühling und viel Spaß beim Flüge suchen. Bis bald – hier am Fleesensee!

Ihr Christopher Tiess